Dokumentation des Zukunftsforums 2017

Am 11. und 12. Dezember 2017 trafen sich VertreterInnen der Praxis, Forschung und Lehre von Public Health bereits zum zweiten Mal zu einem Symposium in Berlin, um fach- und ressortübergreifen über aktuelle und zukünftige Aufgaben von Public Health zu beraten. Die vorliegende Dokumentation gibt einen Überblick über die Vorträge sowie die Diskussionen in den Arbeitsgruppen zu sieben Handlungsfeldern. Den genauen Programmablauf sowie Informationen zu ReferentInnen, dem Programmkomitee und den Veranstaltern können Sie dem Programmheft entnehmen.

Eine PDF-Version der Dokumentation können Sie hier herunterladen.

Inhalt

Wo kommen wir her, wo gehen wir hin?

Plenarvorträge Global Health in Deutschland

Podiumsdiskussion „Wege zu Health in All Policies“

Ergebnisse der Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppe 1: Rolle der Ärztinnen und Ärzte in Public Health
Arbeitsgruppe 2: Gesundheitskompetenz/Health Literacy
Arbeitsgruppe 3: Global Health in Deutschland
Arbeitsgruppe 4: Public Health und Politik
Arbeitsgruppe 5: Public Health und ÖGD
Arbeitsgruppe 6: Qualifikation und Karrierewege in Public Health
Arbeitsgruppe 7: Public Health Forschung und Rahmenbedingungen in Deutschland

Keynote „Public Health – Perspektiven“

World Café

Statements der Studierenden

Perspektive von Studierenden und AbsolventInnen der Medizin
Perspektive der Public Health-Studierenden
Perspektive der Global-Health-Studierenden

Save the Date

Wo kommen wir her, wo gehen wir hin

Bärbel-Maria Kurth gab in ihrem Vortrag einen Überblick über die Aktivitäten und Diskussionen, die seit dem ersten Zukunftsforum im November 2016 stattgefunden haben. Die Folien ihres Vortrags sind hier abrufbar.

Weiterführend verweisen wir auf das Editorial des Schwerpunkthefts der Zeitschrift „Das Gesundheitswesen“ (11/2017), das die Ergebnisse des ersten Zukunftsforums dokumentiert. Auf die Artikel des Heftes können Sie über diese Link kostenfrei zugreifen.
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Plenarvorträge Global Health in Deutschland

Im ersten thematischen Block des Symposiums ging es um die Rolle von Global Health in Deutschland und die Rolle Deutschlands in Global Health. Die drei Vorträge beleuchteten unterschiedliche Aspekte dieser Thematik:

Claudia Stein betrachtete Global Health in Deutschland aus der Sicht der WHO. Die Folien ihres Vortrags sind hier abrufbar.

Till Bärnighausen beleuchtete den Beitrag, den Forschung zu Global Health leisten kann. Die Folien seines Vortrags sind hier abrufbar.

Johannes Nießen stellte schließlich dar, welche Berührungspunkte der Öffentliche Gesundheitsdienst in seiner täglichen Arbeit mit Global Health hat. Die Folien seines Vortrags sind hier abrufbar.
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Podiumsdiskussion „Wege zu Health in All Policies“

Diskutierende: Rudolf Henke, Stefan Pospiech, Rolf Rosenbrock, Kathalyn Roßmann, Andreas Stang

Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion teilten ihre Erfahrungen mit Strategien, die zur Umsetzung von Health in All Policies-Ansätzen in verschiedenen Handlungsbereichen führen: Politik (Henke, Stang), Zivilgesellschaft (Pospiech, Rosenbrock), Wissenschaft (Rosenbrock, Stang) und Bundeswehr (Roßmann). In der anschließenden Diskussion kristallisierten sich folgende Feststellungen und Handlungsempfehlungen heraus:

  • Health in All Policies ist möglich, das zeigen Beispiele immer wieder
  • In der Breite ist die Idee aber nicht angekommen
  • Es sollten Gelegenheiten erkannt und genutzt werden. Gelegenheiten sind Themen/Ereignisse, die bei Öffentlichkeit und Politik eine hohe Aufmerksamkeit erzeugen und bei denen offensichtlich ist, dass Gesundheit eine Rolle spielt (Beispiele Atomausstieg, Wohnungsknappheit, AIDS-Krise)
  • Public Health muss präsenter und lauter werden, um dann auch als relevant wahrgenommen zu werden.

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Ergebnisse der Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppe 1: Rolle der Ärztinnen und Ärzte in Public Health

Moderation: Till Bärnighausen, Andreas Stang

Die Arbeitsgruppe diskutierte die Rolle der ÄrztInnen in Public Health und stellte fest, dass die Praxis von Public Health evidenzbasierter werden muss. Mögliche Wege, um dies zu erreichen, sind u.a. die Vereinbarkeit von klinischer Forschung und Public-Health-Praxis, regionale Analysen der Versorgung und sektorübergreifendes Arbeiten. Als eine Strategie, um mehr ÄrztInnen für Public Health zu gewinnen, stellte die Arbeitsgruppe die Idee von „Public Health Officers“ zur Diskussion.

Die Folien der Ergebnispräsentation sind hier abrufbar.
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Arbeitsgruppe 2: Gesundheitskompetenz/Health Literacy

Moderation und Protokoll: Marie-Luise Diercks, Stefan Pospiech

In dieser Arbeitsgruppe wurde die Bedeutung der Gesundheitskompetenz für Public Health diskutiert. Dabei wurde hervorgehoben, dass es sich bei Gesundheitskompetenz um ein emanzipatorisches Konzept handelt und Maßnahmen ergriffen werden müssen, damit Gesundheitsbildung soziale Ungleichheit berücksichtigt. Des Weiteren wurde darüber diskutiert, wie das Gesundheitssystem und Institutionen Gesundheitskompetenz fördern können und wie diese gemessen werden kann.

Die Folien der Ergebnispräsentation sind hier abrufbar.

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Arbeitsgruppe 3: Global Health in Deutschland

Moderation und Protokoll: Oliver Razum, Hajo Zeeb

Diese Arbeitsgruppe diskutierte die Entwicklungen im Bereich Global Health in Deutschland seit der Strategie globale Gesundheitspolitik der Bundesregierung 2013 und stellte fest, dass eine Vernetzung der Global-Health-Aktiven von großer Bedeutung ist. Eine konkrete Idee der Arbeitsgruppe ist ein Input des Zukunftsforums beim 10. World Health Summit im Herbst 2018.

Die Folien der Ergebnispräsentation sind hier abrufbar.

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Arbeitsgruppe 4: Public Health und Politik

Die Arbeitsgruppe diskutierte, wie Agenda Setting betrieben und Public-Health-Konzepte in politisches Handeln implementiert werden können. Das Beispiel „Gesunde und resiliente Kommunen“ eignet sich als Modellprojekt, da die Vielseitigkeit von Public Health deutlich wird, kommunale Handlungsoptionen aufgezeigt werden können und auf lokaler Ebene die Verbindung von Public Health mit anderen Politikfeldern (Klimawandel, Lebensmittelversorgung, Umwelt, Bildung etc.) sehr klar sichtbar wird.

Moderation: Thomas Altgeld, Raimund Geene, Manfred Wildner

Die Folien der Ergebnispräsentation sind hier abrufbar.
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Arbeitsgruppe 5: Public Health und ÖGD

Moderation und Protokoll: Heidrun Böhm, Ralf Iwohn, Joseph Kuhn, Christiane Vick für die länderoffene AG ÖGD der AOLG

In der AG haben sich WissenschaftlerInnen, Studierende verschiedener Studiengänge sowie MitarbeiterInnen des ÖGD zusammengefunden.

Zentrales Thema dieser Arbeitsgruppe war das Verhältnis zwischen ÖGD und Public Health. Es wurde festgestellt, dass nach wie vor ein Gegensatz zwischen Old und New Public Health gesehen wird. Die Arbeitsgruppe diskutierte Lösungsansätze zur besseren Vernetzung von Public Health und ÖGD, beispielsweise durch den Austausch von Personal oder die Schaffung von Forschungsmöglichkeiten in Einrichtungen des ÖGD.

Die Folien der Ergebnispräsentation sind hier abrufbar.

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Arbeitsgruppe 6: Qualifikation und Karrierewege in Public Health

Moderation und Protokoll: Nico Dragano, Ute Rexroth

Diese Arbeitsgruppe knüpfte an die Diskussionen zur „Public Health Aus-, Fort- und Weiterbildung“ beim Zukunftsforum 2016 an und hat Lösungsvorschläge entwickelt, die insbesondere auf die Stärkung von PH-Inhalten im Medizinstudium sowie eine bessere Präzisierung der Karriereoptionen von PH-Studierenden abzielen, z.B. durch Mentoringprogramme.

Die Folien der Ergebnispräsentation sind hier abrufbar.

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Arbeitsgruppe 7: Public-Health-Forschung und -Rahmenbedingungen in Deutschland

Moderation und Protokoll: Freia De Bock, Ansgar Gerhardus, Thomas Ziese

An dieser Arbeitsgruppe nahmen HochschulprofessorInnenen Public Health, VertreterInnen der Gesundheitsförderung, Epidemiologie und Sozialmedizin; VertreterInnen des Helmholtzzentrums, der BZgA, des RKI, des BMG und des DLR sowie wissenschaftliche ArbeitsgruppenleiterInnen aus Universitäten teil.

Diese Arbeitsgruppe diskutierte die Bedingungen von Public-Health-Forschung und entwickelte neben Forderungen an die Forschungsförderung nach Förderprogrammen, die die Besonderheiten der Public-Health-Forschung berücksichtigen, vor allem die Idee einer Plattform zur Vernetzung von Forschung und Praxis, die durch das Zukunftsforum umgesetzt werden soll.

Die Folien der Ergebnispräsentation sind hier abrufbar.

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Keynote „Public Health – Perspektiven“

Rolf Rosenbrock betonte in seinem Vortrag zu den Perspektiven von Public Health die große Rolle sozialer Ungleichheiten in Bezug auf Gesundheit und leitete daraus ab, das Public Health immer auch Sozialpolitik sein muss. Sein Vortrag ist auf YouTube zu sehen, die Folien zu seinem Vortrag sind hier abrufbar.
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World Café

Im World Café hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit zukunftsorientiert ihre Vorstellungen zu ausgewählten Handlungsfeldern von Public Health einzubringen. Diese waren im Einzelnen:

  • Diskussionen anregen: Welche Öffentlichkeitsarbeit braucht Public Health?
  • Prioritäten setzen: Was sind die fünf wichtigsten Themen, zu denen Stellungnahmen des Zukunftsforums sinnvoll wären?
  • Politik aktivieren: Wie ist Public Health in die Politik einzubringen? Mit wem müssen wir uns vernetzen?
  • Tagungsplanung 2018 – Im Gespräch bleiben: Was soll bei der Tagung zum Zukunftsforum 2018 aufgegriffen werden?
  • Wie sieht der/die ideale „Public HealtherIn“ aus?
  • Gesundheitsförderung (von den Teilnehmenden gewähltes offenes Thema).

In den Diskussionen während des World Cafés hat sich – wie auch im gesamten Symposium – gezeigt, dass der Bedarf nach einer stärkeren Vernetzung innerhalb der Public-Health-Community und einer eigenen Identität des Feldes, die Praxis und Forschung zusammenbringt, weiterhin sehr groß ist. Gleichzeitig ist eine Fokussierung auf zentrale Themen (z.B. Prävention, Gesundheit verschiedener Altersgruppen: Frühe Hilfen und „Healthy Aging“, Umwelt/Klimawandel und Gesundheit) gewünscht. Möglicherweise können beide Ziele gemeinsam erreicht werden: durch die Arbeit an gemeinsamen Zielen kann die Zusammenarbeit und Vernetzung gestärkt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kooperation sowohl mit der Politik und Fachverbänden als auch mit BürgerInnen, um das Konzept Health in All Policies umzusetzen. Dies umfasst Öffentlichkeitsarbeit, um zu erklären, was Public Health ist, zielgerichtete Politikberatung und Agenda Setting sowie BürgerInnenbeteiligung.

Das ausführliche Protokoll des Thementisches „Tagungsplanung 2018 – im Gespräch bleiben“ kann hier abgerufen werden.
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Statements der Studierenden

Perspektive von Studierenden und AbsolventInnen der Medizin

Peter von Philipsborn ruft in seinem Statement die Public-Health-Community dazu auf, geschlossener und selbstbewusster ihr Fach und seine Stärken zu vertreten. Dies gilt sowohl für den aktiven politischen Einsatz für gesundheitserhaltende und -fördernde Lebensbedingungen als auch für ein Engagement für die Verankerung von Public Health im Medizinstudium.

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Perspektive der Public-Health-Studierenden

Sebastian Hink beleuchtet in seinem Statement die Herausforderungen, vor denen Public-Health-Studierende stehen und benennt insbesondere die unklaren Karriereaussichten und die mangelnde Bekanntheit der Kompetenzen von AbsolventInnen bei potenziellen ArbeitgeberInnen. Er wünscht sich eine stärkere gesellschaftliche Verankerung von Public Health und kündigt eine stärkere Selbstorganisation von Public-Health-Studierenden an.

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Perspektive der Global-Health-Studierenden

Pia Maier und Anna Müller betonen in ihrem Statement, dass Gesundheit grenzüberschreitend ist und daher auch öffentliche Gesundheit global gedacht werden muss. Um das zu erreichen, müssen zum einen das Ausbildungsangebot von Public und International Health interdisziplinärer und die Berufsperspektiven von AbsolventInnen klarer herausgearbeitet werden. Zum anderen müssen Barrieren zwischen VertreterInnen der verschiedenen Bereiche von Public Health abgebaut werden.

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Save the Date

Das 3. Zukunftsforum wird am 24. und 25.01.2019 wieder im Umweltforum in Berlin stattfinden. Über Programm und Teilnahmemöglichkeiten wird die Geschäftsstelle des Zukunftsforums Public Health rechtzeitig über den Newsletter informieren.
In den Newsletter können Sie sich eintragen, indem Sie Ihren Eintragungswusch per E-Mail an zukunftsforum@rki.de schicken.
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