ZfPH Spotlight #8: FinanzKommission Gesundheit: Prävention und Public Health konsequent stärken

Der Ende März 2026 veröffentlichte erste Bericht der FinanzKommission Gesundheit setzt wichtige Impulse zur kurzfristigen Stabilisierung der GKV-Finanzen. Zudem benennt er zentrale Aspekte weitergehender Reformen, darunter die Berücksichtigung sozialer Belange, eine striktere Evidenzbasierung sowie die Stärkung von Prävention und Public Health, etwa durch zweckgebundene Steuererhöhungen auf Tabak, Alkohol und Süßgetränke.

Die finanzielle Tragfähigkeit des solidarisch finanzierten Gesundheitssystems hängt maßgeblich von der Gesundheit der Bevölkerung ab. Diese wird vor allem durch soziale und strukturelle Faktoren geprägt – nicht allein durch medizinische Versorgung. Reformen dürfen daher nicht auf das Versorgungssystem verengt werden, sondern müssen Prävention und Gesundheitsförderung, Public Health und die sozialen Determinanten von Gesundheit konsequent stärken.

Hierfür braucht es eine übergreifende nationale Public Health-Strategie. Eine solche wird seit Langem von zentralen Akteur:innen gefordert, u.a. von der Leopoldina[1] und weiteren Wissenschaftsakademien, vom Wissenschaftsrat[2] sowie vom Expertenrat Gesundheit und Resilienz der Bundesregierung[3]

Das Zukunftsforum Public Health hat bereits in einem breiten Bündnis aus Wissenschaft und Praxis Eckpunkte für eine Nationale Public Health-Strategie vorgelegt[4] und ist bereit, Expertise in die Weiterentwicklung von Public Health und Gesundheitspolitik in Deutschland einzubringen.

Der zweite Bericht der FinanzKommission Gesundheit sollte daher ein klares Signal für einen solchen Aufbruch setzen – mit dem Ziel, Prävention und Gesundheitsförderung, Public Health und die sozialen Determinanten von Gesundheit systematisch und ressortübergreifend zu stärken. So können die Krankheitslast langfristig gesenkt und zugleich ein solidarisches, modernes und effizientes Gesundheitssystem gesichert werden.

Reformen zur Stabilisierung der GKV müssen sich auch an ihrer sozialen Wirkung messen lassen. Maßnahmen, die Ungleichheit verschärfen, unterlaufen ihre eigenen Ziele: Sie erhöhen die Krankheitslast und treiben die Ausgaben langfristig weiter.

Das Zukunftsforum Public Health begrüßt den Bericht der FinanzKommission Gesundheit ausdrücklich, und ermutigt die Politik, aus den Empfehlungen der Kommission ein ausgewogenes Reformpaket zu entwickeln. Der zweite Bericht Ende 2026 wird entscheidend dafür sein, die langfristige Stabilisierung der GKV mit wirksamen Ansätzen zu Prävention und Gesundheitsförderung, Public Health und sozialen Determinanten von Gesundheit zu verbinden. Für diesen Weg gibt es breite Rückendeckung aus Public Health, Wissenschaft und Praxis.

Berlin, 16.04.2026

 

[1] https://levana.leopoldina.org/receive/leopoldina_mods_00512

[2] https://www.wissenschaftsrat.de/download/2026/3003-26.pdf?__blob=publicationFile&v=7

[3] https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975196/2310120/b1bde757a2f2e4392ddd3b2144b7cf29/2024-09-20-expertinnenrat-stellungnahme-3-data.pdf?download=1

[4] https://zukunftsforum-public-health.de/public-health-strategie/